Westmasuren - rund um Ostróda
Der westliche Teil von Masuren grenzt im Osten an das Ermland, im Süden geht es in die masowische Region Poborze über, westlich befindet sich die Weichselniederung (auf Polnisch Powiśle) und im Norden grenzt Westmasuren an die als Oberland bezeichnete Hochebene bei Elbląg (einst Elbing).
Westmasuren ist geprägt von großen Waldflächen, einigen Seen und stellenweise recht hügeligen Land. Hier befindet sich die Quelle des Flusses Łyna (welcher einst Alle hieß und der Stadt Allenstein - jetzt Olsztyn - den Namen gab).
Zur Blütezeit des Deutschen Ordens gehörte der Landstrich zum Einflußgebiet der Kreuzritter. Zahlreiche Burgen sind noch heute ein sichtbares Zeichen dieses geschichtlichen Abschnitts. In Westmasuren erlitten die Ordenskrieger ihre größte militärische Niederlage: im Dreieck zwischen den Dörfern Grünfelde (Grunwald), Tannenberg (Stębark) und Ludwigsdorf (Łodwigowo) fand die größte mittelalterliche Schlacht statt, welche in Deutschland als Schlacht von Tannenberg bekannt ist. Beim Kampf der Kreuzritter gegen das polnisch-litauische Heer starb der Hochmeister des Deutschen Orden Ulrich von Jungingen und der Polenkönig Władysław Jagiełło ging als Sieger hervor. Dieses Ereignis leitetete das Ende der Vorherrschaft des Deutschordensstaates ein.
Das Zentrum von Westmasuren ist die Kreisstadt Ostróda. Hier am Drewenzsee findet man eine Vielzahl von touristischen Sehenswürdigkeiten. Am bekanntesten ist die Deutschordensburg. Vom Seeufer aus starten auch die Touren der Weißen Flotte über den Oberland-Kanal Richtung Elbląg. Dieser nunmehr über 150-jährige stellenweise künstlich geschaffene Wasserweg ist für seine fünf geneigten Ebenen bekannt, wo die Schiffe auf Wagen mittels Wasserkraft über die Wiese gezogen werden. Dabei überwindet man einen fast 100 Meter großen Höhenunterschied zwischen Ostróda und Elbląg.
In und um Ostróda gib es ein sehr gut ausgebautes Netz von Hotels. Der touristische Wert der Stadt wurde durch einen Wasserskilift noch weiter erhöht, welche in unmittelbarer Nähe der Seepromenade, der Seebrücke und der Deutschordensburg zu finden ist.
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Oberländer Kanal |
Schlacht bei Tanneberg |
Wasserskilift Ostróda |
Holzkirche in Rychnowo |
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Aber nicht nur die aus der Kreuzritterzeit stammenden Burgen sind sehenswerte Objekte. In Westmasuren findet man auf den Dörfern wertvolle hölzerne Kirche, von denen viele im gotischen Stil erbaut sind.
Eine Attraktion unter geografischen und naturkundlichen Aspekten ist das Nazurschutzgebiet Wgórze Dylewskich (früher als Kernsdorfer Höhen bezeichnet). Die Region ist Bestandteil postglazialen baltischen Landrückens, dessen regionaler Abschnitt hier Garbar Lubawski (Höcker von Lubawskie) bezeichnet wird.
Der größte Teil des Landschaftsparks mit der höchsten Erhebung der Masurischen Seenplatte, dem Berg Góra Dylewska (312 m. ü.N.N.) befindet sich auf dem Gebiet der Landgemeinde Ostróda. Ingesamt umfasst der Landschaftspark eine Fläche 74,84 km². Er wurde im Jahre 1994 mit dem Ziel gegründet, das einmalige Landschaftsbild sowie die Artenvielfalt von Flora und Fauna zu schützen.
Über die Hälfte des ist von Wäldern bedeckt, der überwiegende Teil sind Buchen. Etwa 24 Pfanzenarten stehen hier unter Naturschutz.
Als am Ende der Eiszeit die Gletscher abschmolzen und das Wasser abfloss, entstand dieses einmalige Landschaftsbild mit seinem dynamischen Profil, wo auf kurzer Distanz Höhenunterschiede zwischen 40 und 60 Metern keine Seltenheit sind. Stellenweise beträgt der Unterschied sogar 80 Meter. Durch die Höhenlage und das daraus resultierende Klima unterscheidet sich der Höhenzug Wzgórz Dylewskich von der Umgebung. Der Winter dauert hier immer etwas länger.
Diesen Vorteil macht man sich zunutze und baute in der Nähe des Dorfes Wygoda am Czubatka-Berg einen Ski-Hang mit Schlepplift. Dieser ist nicht mit Pisten im Gebirge vergleichbar, aber gerade für Familien mit Kindern ist dieser Landstrich auch außerhalb der typischen Urlaubssaison interessant.
In diesem Höhenzug entspringen mehrere Flüsse, die in verschiedene Richtungen fließen. Hier gibt es die Quellen der Flüsse Dylewka, Poburzanka, Gizela, Sandela, Świniarc, Struga, Kleine Wkra und Wel.
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