Ermland - zwischen Olsztyn und Frombork
Unter architektonisch und geschichtlichen Aspekten ist das Ermland (auf Polnisch Warmia genannt) der interessanteste Teil der Woiwodschaft Ermland und Masuren. Die Verwaltungshauptstadt ist Olsztyn (einst Allenstein). Dort findet man mit der Burg des ermländischen Domkapitels, der mittelalterlichen Struktur der Altstadt und der Kathedrale Hl. Jakob eine Vielzahl von sehenswerten Objekten. Zu Fuße der Burg fließt der Łyna-Fluss, welcher ideal für Kanu-Touren ist.
Olsztyn ist zugleich eine der vier Städte, welche mit dem großartigen Astronomen Nikolaus Kopernikus (in Polen heißt er Mikołaj Kopernik) verbunden ist. Er wirkte lange Zeit als Domherr auf der Allensteiner Burg. Dort findet man zahlreiche Spuren seiner Tätigkeit. Darunter die Zeichnungen von Parabeln, mit welchen er den Verlauf der Sonne notierte und so seine Forschungen zur Tag-und-Nacht-Gleiche vollenden konnte. In der Stadt des Astronomen gibt es auch ein Planetarium und eine Sternwarte, wo man abends einen Blick auf den Sternenhimmel werfen kann.
Andere wichtige Städte im Ermland sind Lidzbark Warmiński (einst Heilsberg), Dobre Miasto (einst Guttstadt), Braniewo (früher Braunsberg) und Frombork (ein Frauenburg).
Jede dieser Städte besitzt eine Vielzahl von historischen Bauwerken aus der Blütezeit der Städte im Mittelalter. Von den alten Stadtbefestigungen blieben riesige Stadtore sowie Teile der dicken Stadtbauern erhalten. Am besten haben die aus roten Ziegeln gemauerten gotischen Kirchen die Jahrhunderte überdauert.
Diese zeugen von der starken Macht der Kirche in diesem Landstrich. Als der Deutsche Orden hierzulande die Macht übernahm und seinen Ordensstaat aufbaute, teilte er gerade im Ermland die Macht mit den Bischöfen. Das ermländische Domkapitel übernahm auch Verwaltungsaufgaben und dazu baute man auch Burgen für die Fürstbischöfe und den Staatsapparat.
Dazu kamen gewaltige Kirchgebäude, die oft den Rang einer Konkathedrale hatten. Die größte Kathedrale im Ermland ist der Dom von Frombork. Diese ist von einer Domburg umgeben. Hier in der Stadt am Frischen Haff war eine der weiteren Wirkungsstätte von Nikolaus Kopernikus. Im Mai 2010, zum 750. Jubiläum des ermländischen Domkapitels, wurden die bei Ausgrabungen gefundenen Gebeine von Nikolaus Kopernikus erneut im Dom feierlich beigesetzt. Die damalige Siedlung Frauenburg bekam im Jahr 1310 die Stadtrechte zugesprochen und beging im Mai 2010 ihre 700-Jahr-Feier.
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Olsztyn Altstadt |
Wallfahrtsort Stoczek Klasztorny |
Wielochowskie-See |
Kathedrale Frombork |
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Das Ermland, welches im Gegensatz zum es umgebenden Masuren immer dem katholischen Glauben behielt, ist auch als "Heiliges Ermland" (in Polen Święta Warmia) bekannt. In keiner anderen Region im heutigen Polen findet man eine solche Dichte an Wallfahrtsorten. Typisch für das Ermland ist auch die große Anzahl an Wegesrandkapellen, welche oft von den Städten und Dörfern zu den Wallfahrtsorten führten.
Ein Beispiel ist die Straße zwischen der Kleinstadt Reszel (einst Rößel). Auf der etwa fünf Kilometer langen Straße zum Wallfahrtsort Heiligelinde (Święta Lipka) stehen 15 derartige Wegesrandkapellen. Das Besondere an Heiliglinde ist die Tatsache, dass der ermländische Wallfahrtsort wenige Kilometer von der einstigen Grenze entfernt auf masurischer Flur steht.
Weitere bekannte Wallfahrtsorte im Ermland sind Stoczek Klasztorny (bei Lidzbark Warmiński), Gietrzwałd (zwischen Olszytn und Ostróda) und Krosno (bei Orneta). Weniger bekannt sind die Sanktuarien in Chwalęcin unweit von Orneta oder Głotowo bei Dobre Miasto.
Die mittelalterlichen Städte Pieniężno (Mehlsack), Dobre Miasto (Guttstadt), Orneta (Wormditt) oder Lidzbark Warmiński (Heilsberg) sollte man unbedingt besucht haben.
Unter naturkundlichem Blickpunkt ist das Ermland auch unverwechselbar. Einmal durch die Form der Landschaft und zum anderen dank der großen Gewässer und Feuchtgebiete, welche ein Paradies für hier nistende und brütende Wasservögel sind.
Das Landschaftsprofil ist geprägt von flachen Flußlandschaften, plötzlichen Erhebungen zu einer Hügellandschaft, zusammenhängenden Waldgebieten und Flächen mit niedrigem und gruppenweisen Baumbestand.
Das bekannteste Vogelschutzgebiet ist in Bartniki in der Gemeinde Kiwity bei Lidzbark Warmiński. Auf den Überflutungswiesen haben seltene Vogelarten ihr Gelege. Beispielweise mehrere Arten von Lappentauchern: Delacour-Zwergtaucher, Schwarzhalstaucher, Rothalstaucher. Außerdem kommen Rohrdommel, Tüpfelsumpfhuhn, Kleines Sumpfhuhn, Gemeine Seeschwalbe, Rauchschwalbe, Rohrschwirl und verschiedene Arten von Wildenten vor.
Hier legen viele Zugvögel eine Rast ein, bevor sie weiter ostwärts fliegen. Beobachtet wurden Kampfläufer, Uferschnepfen, Strandläufer, Waldwasserläufer, Bekassinen, Kraniche, Gänse und viele Arten aus der Klasse der Regenpfeiferartigen.
In diesem Gebiet wurde ein didaktischer Naturlehrpfad mit Beobachtungskanzeln und Fußgängerbrücken eingerichtet.
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- Quelle: money.pl
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